10. Geotechnik Fachtagung

Willkommen zu unserem 10-jährigen Jubiläum unserer Geotechnik Fachtagung

Sehr geehrte Geotechnik-Interessierte und -Expert:innen

Die extrem starken Regenfälle in diesem Sommer und die daraus entstandene bedrohliche Hochwasserlage von vielen Seen und Flüsse haben uns bezüglich der Wichtigkeit "Hochwassergefahrenprävention" aufmerksam gemacht. Dank der guten Infrastrukturen im Bereich Hochwasserschutz konnten in der Schweiz grosse Schäden vermieden werden. Flüsse kennen aber keine Grenzen und was bei uns meist noch unproblematisch ist, kann aber bei unseren Nachbarländern gravierende Folgen haben.

Die Veränderungen aufgrund des Klimawandels könnten zudem noch viel schwerwiegerendere Ereignisse zur Folge haben. Eine zusätzliche Herausforderung stellen auch die Renaturierungsprojekte von vielen Flüsse: Was früher kanalisiert wurde, wird heute wieder so weit wie möglich in den ursprünglichen Zustand gebracht. Somit wird das Verhalten des Gewässers anspruchsvoller, insbesondere betreffend Uferschutz und Erosion. Die Hochwasserrisiken betreffen heute viel mehr bebaute Siedlungsgebiete als noch vor 100-200 Jahren.

Ufer von Flüssen bestehen häufig aus Erddämmen, welche eine sehr wichtige Aufgabe übernehmen, nämlich dem frei fliessenden Wasser standzuhalten. Dabei sickert das Wasser in der Regel sicher durch die Dämme und anschliessend in den Untergrund. Insbesondere diese Art von Filtration stellt ein grosses Risiko dar, wenn innere Erosion stattfindet. Der grösste Widersacher nebst den klassischen geotechnischen stabilitätsbezogenen Gefährdungsbilder Böschungsstabilität und Grundbruch. Verschiedene Arten von innerer Erosion, insbesondere das sogenannte Piping sowie die Migration von feinkörnigem Boden im oder unterhalb des Dammkörpers, sind heute noch als Forschungsthema sehr aktuell.

Das Sickern des Wassers im Boden ist das «interdisziplinäre Thema» in den Kompetenzbereichen Geotechnik, Wasserbau und Hydraulik. Die Besonderheit oder Herausforderung bei Hochwasserschutzdämmen ist, dass der Sickerwasserstand im Dammkörper nicht konstant bleibt (wie etwa bei Staudämmen), sondern sich unregelmässig, je nach Jahreszeit und Regenfällen, verändern kann. Die Sickerprozesse im Damm "Realtime" über längeren Zeitraum sowie grössere Teilstrecken beobachten zu können, ist heute leider immer noch nur bedingt möglich.

Die diesjährige Fachtagung widmet sich den Themen «Sicherheit von Fluss- und Hochwasserschutzdämmen - mit Blick auf die Erosion, Filtration, Stabilität sowie neuartige Überwachungsmethoden». Wir freuen uns, dass führende Spezialisten nationaler sowie internationaler Behörden, Universitäten und Planungsbüros ihre Praxis- und Forschungsprojekte vorstellen und sich in Diskussionsrunden mit Ihnen austauschen. Dies bei uns, am Campus Rapperswil, in der wunderbaren Kulisse des oberen Zürichsees.

Prof. Dr. Carlo Rabaiotti
Leiter Kompetenzbereich Geotechnik

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